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Innernzeller Hoagarten begeistert Zuhörer

Der 23. Hoagarten in Innernzell hätte es verdient gehabt, dass mehr Zuhörer den Weg in die Aula der Grundschule gefunden hätten. Anton Augustin hatte nämlich wieder ein tolles Programm zusammengestellt und die auftretenden Sänger, Musiker und Tänzer zeigten wirklich hervorragende Leistungen.

Anton Augustin

Filinger Hi und Do Musi

Hoagartenfreunde

Innernzeller Einheizer

I und da Anda

Zentinger Bergwaldtanzler

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Die anwesenden Musikfreunde ließen sich gerne von den Musikklängen in ihren Bann zu ziehen. Reichhaltiger und andauernder Applaus war der verdiente Lohn für einen unterhaltsamen und kurzweiligen Abend.

Erster Bürgermeister Sepp Kern begrüßte die Musiker und die Zuhörer, insbesondere Pfarrer Josef Huber und den zweiten Bürgermeister, Xaver Herz.  Er dankte den beiden Veranstaltern, der FF Gmünd und den Zentinger Bergwaldtanzler für das große Engagement und ein besonderer Dank ging an den langjährigen Moderator und Koordinator, Anton Augustin, der der auch heuer wieder in gewohnter Weise mit lustigen Geschichten durch die Veranstaltung führte.

Eröffnet wurde der Abend von den Hoagartenfreunden Christian, Walter und Michl, die mit den Stücken „an Schneidig`n, Es ist so still da draußt und Es mag ned hell wird`n“, das Interesse der Zuhörer auf mehr solcher Musik weckten.

Anschließend zeigte Philipp Fredl aus Innernzell sein Können auf der Steirischen mit dem „Katrinboarischen“ und der „Tiroler Buampolka“, wobei seine Finger nur so über die „Knöpfe“ flogen.

Als nächstes folgten dann die Lieder „Mühlbauer Boarischer“ und der „Setzberg Walzer“ die von dem Duo „I und da Anda“, namentlich Patrick und Bernd aus Untermitterndorf und Unterasberg, mit Akkordeon und Gitarre dargeboten wurden.

Die Bergwald Musi, ein Männer-Quintett aus Deggendorf, „sinnierten“ dann in lustiger Weise mit den Liedern „S`Susal“ und „da Deifi und da Doud“ über die Liebschaft von Buam und Deandl`n und dem Versuch, den beiden ungeliebten Zeitgenossen ein Schnippchen schlagen zu können. Musikalisch begleiteten sie sich selbst mit Akkordeon, Gitarre und Klarinette.

Lothar Sagerer hatte ein seltenes Instrument, nämlich ein Konzertina, dabei, das er zu seiner kräftigen Stimme erklingen ließ. Sein lustiges Lied handelte von den Hoffnungen und den tatsächlichen Gegebenheiten beim Fensterln, am Sterbebett, bei der Geburt und mit einem gesprächigen „Weib“.

Dann folgten die Innernzeller Einheizer, der Philipp und der Julian, die mit der Steirischen und der Klarinette die Stücke „da wo unsere Hoamat is“ und „auf der Autobahn“ großen Applaus einheimsten.

Die Zentinger Bergwaldtanzler zeigten mit dem „St. Bernhardswalzer“ und dem „Dreher aus Riedesbach“ zwei etwas langsamere Tänze, die sie gewohnt sicher darboten.

Im Anschluss zeigte das Quartett „Fillinger Hi und Do Musi“ aus Mietraching mit den Stücken „Pretuler Polka“ und „Halbmond“, dass sie wahrlich keine Gruppe sind, die nur hin und wieder Musik macht, denn so gekonnt spielten sie auf mit der Steirischen, einem Kontrabass, einer Gitarre und einem Hackbrett.

Der nächste Musikant, der Bernhard Stahl, war extra aus Bad Kötzting angereist, um sein Können darbieten zu können, und die Zuhörer kamen voll auf ihre Kosten. Auch die Drehleier, mit der er sein erstes Lied „das Andreas Hofer Lied“ begleitete, sorgte neben seiner vollen Männerstimme, für gehörig Aufmerksamkeit. Als zweites besang er, selbst begleitet mit der Gitarre, das Leid eines Gasanstaltsdirektors und seines Gasanstaltsinspektors im Lied „die Gasanstalt“, die sich nach einem missglückten Anheizen im Himmel wiederfanden.

Den ersten Teil des Abends beendeten dann Florian, Wolfgang und Regina aus Bauzing und Schaufling mit dem „Michlmarsch“ und dem „Klammsteigboarischen“.

Nach der Pause legten dann die Innernzeller Einheizer wieder los und brachten mit „Grüne Tannen“ und „Sierra Madre“ zwei „leisere“ Stücke, wobei dann beim zweiten sogar einige Zuhörer den Refrain mit anstimmten.

Die Zentinger Bergwaldtanzler boten dann mit dem „Rehberger Dreher“, dem „Rosental Steierischen“ und dem „Ratzinger Landler“ drei flottere Tänze, die mit etlichen schwierigen Figuren gespickt waren.

Still wurde es dann wieder, als die Bergwald Musi zum vierstimmigen Gesang antrat und mit den Stücken „des is a Siasa“ und „Woidbuama“ die Zuhörer begeistern konnte.

Lothar Spranger besang dann in seinem Lied einen der ins Unterland auszog und dabei mit Frauen verschiedensten Alters über das „binden“ erzählte, was dies auch immer bedeuten sollte, jedoch konnte man es durchaus zweideutig auslegen!

Fredl Philipp zeigte dann erneut sein großes Können auf der Diatonischen mit dem „Bahrmannlandler“ und dem „Böhmischen Traum“, für die erneut viel Applaus erntete.

Da I und da Anda spielten zunächst den „Salzburger Walzer“ und besangen dann mit dem Lied „I woaß ma koa Landl“ den Bayerischen Waldes als schönstes Land auf der Erde.

Die Hoagartenfreunde spekulierten dann beim Lied „soll ich denn mein junges Leben“ über die Probleme eines Junggesellen, die richtige Frau zu finden. Es folgte dann noch „hab oft die ganze Nacht“

Florian, Wolfgang und Regina spielten dann noch „Am Waldesrand“ und den „Pflaumboarischen“, wobei u. a, eine „Raffele“ ein zitherähnliches Instrument zum Einsatz kam.

Die Fillinger Hi und Do Musi spielten nochmals auf mit dem „Nockberg Boarischen“ und einem langsameren Stück, dem „Naneilandler“.

Den offiziellen Teil des Abends beendete dann der Bernhard Stahl mit den Stücken „besser ois wia nix“, in dem er darüber sang, dass man zufrieden sein muss, mit dem was man bekommt und mit „wenn i vo da Stanz hoamgeh“, bei dem jede Strophe an die zuvor gesungene angehängt wurde, zeigte er eine Brillanz in Text- und Gesangsicherheit, die die Zuhörer zu einem tosenden Applaus hinriss. Dies war wirklich der Höhepunkt des Abends und ein würdiger Abschluss der gelungenen Veranstaltung.

Auch nach dem Programmende ließen es sich die Musiker nicht nehmen, noch weitere Musikstücke darzubieten, zum Teil in gemischten Zusammensetzungen, so dass der Abend noch lange nicht zu Ende war.

Alle Zuhörer waren sich einig, dies war auch heuer wieder ein Hoagarten, an dessen Teilnahme sich man noch lange erinnern wird. (Fotos und Text: M. Halser)