Ortsportrait

Innernzell: Von der Einsiedlerzelle zur lebendigen Gemeinde

Am Fuße des Aschensteins, in unmittelbarer Nähe des Brotjacklriegels (1016 m) liegt die Gemeinde Innernzell. Von weither sichtbar der massige Bau der Pfarrkirche St. Nikolaus, im Hintergrund die höchsten Berge des Bayerischen Waldes, z.B. Lusen, Rachel und Falkenstein. Der Name Zell geht auf eine Einsiedler-Zelle zurück, die zur Zeit des heiligen Gunthers zu Beginn des 11. Jahrhundert errichtet worden sein dürfte.

Um diese Einsiedlerzelle herum entstanden Häuser, es wurde ein Kirchlein gebaut und damit war der Ort „Zell“ gegründet. Er wird urkundlich erstmals im Jahre 1195 n.Chr. erwähnt. Als Besitztum des Kloster Osterhofen findet man „Cell“ 1353 in den klösterlichen Grund- und Lehensbüchern erwähnt. Im Jahre 1429 erhielt Zell den Namen „Innernzell“ zur besseren Unterscheidung von Außernzell (Zell bei „Schellnach“).

Auf der ältesten bayerischen Landkarte des Johannes Aventinus ist der Ort 1523 als Iñera Zell eingetragen. 1578 brannte das gesamte Dorf einschließlich der Kirche ab. Um 1600 wurde eine weitläufige Pfarrei eingerichtet, die unter anderem auch Schöfweg betreute. Im Österreichischen Erbfolgekrieg plünderten 1742 ungarische Husaren das Dorf. Nach der Auflösung von Kloster Osterhofen hatte das Damenstift St. Anna (München)  Ende des des 18. Jahrhunderts die Besitzungen des Klosters und damit auch Innernzell erworben. 1818 entstand die heutige politische Gemeinde. 1842 wurde im klassizistischen Stil eine neue Kirche erbaut.

Heute zählte die idyllische ländliche Gemeinde ca. 1.700 Einwohner und gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Schönberg.  Neben der traditionellen Landwirtschaft zählen das Handwerk und das Gewerbe zu den wichtigsten Wirtschaftsmotoren. Eine Volksschule und ein Kindergarten gehören ebenso zum aktiven Gemeindeleben wie die zahlreichen Vereine.