Gemeindearchiv

Gemeinde-Archiv per EDV erfasst

Inventarium aus dem Jahr 1849
(v.r.) 1. Bürgermeister Josef Kern, Archivpfleger Hermann Wagner, Archivbetreuerin Hildegard Wildfeuer und Archivpfleger Hermann Kurz.

„Wer nicht weiß, woher er kommt, weiß nicht, wohin er geht.“ Einfacher gesagt:  Dokumente, die man vielleicht wieder einmal braucht, darf man nicht wegwerfen. Gemeinden sind in Bayern seit 1989 sogar durch Gesetz dazu verpflichtet, ein Archiv zu unterhalten. Das haben diese aber schon lange vorher getan. Die ältesten Dokumente im Archiv Innernzell stammen aus dem Jahr 1809: es sind ortspolizeiliche Vorschriften. In dieser Zeit begann in Bayern die gemeindliche Selbstverwaltung.

Folgerichtig wurden wichtige Dokumente aufbewahrt, wie etwa die Jahresabrechnungen der Gemeindekasse. Freilich, um den Aufbewahrungsort machte man sich keine besondere Gedanken; Hauptsache, es war noch alles da. Und hoffentlich musste man nicht etwas darin suchen. Im Inventarverzeichnis von 1849 (siehe Abbildung) wird eine hölzerne Kiste aufgeführt, die sich im Hause des Gemeindevorstehers befindet. In dieser fanden wohl nicht nur die 27 Kreisintelligenzblätter und 5 Gesetzestexte Platz, sondern auch die Jahresabrechnungen der Gemeinde, die ziemlich lückenlos seit 1834 noch heute vorhanden sind.

Als die Zahl der Dokumente, die man aufbewahren musste, immer größer wurde, kamen diese in Kartons oder man beließ sie gleich in den später erst aufgekommenen Aktenordnern. Eine Ordnung in diese Akten zu bringen, wurde von den Gemeindeschreibern mit unterschiedlichem Nachdruck betrieben.

Durch das Staatsarchiv für Niederbayern in Landshut und durch den Landkreis werden ehrenamtliche Archivpfleger bestellt, die die etwas undankbare Aufgabe haben, die Gemeinden zur Pflege ihrer Archive anzuhalten. Studiendirektor Hermann Wagner aus Grafenau, von 1987 bis 2009 Archivpfleger für den Altlandkreis Grafenau, kam bei seinen Visiten auch nach Innernzell und fand zwar viele und alte Akten vor: aber die waren weitgehend ungeordnet und unzureichend gelagert. Seiner Hartnäckigkeit, aber auch dem Entgegenkommen von Bürgermeister Josef Kern, ist es zu verdanken, dass in dem 1972 erbauten, 2008-2010 sanierten Schulhaus ein idealer Raum für das Archiv gefunden wurde, dass vorhandene Schränke günstig umgebaut und säurefreie Kartons angeschafft wurden.

Danach begann dann erst eine umfangreiche, zeitraubende und staubige Arbeit für die Gemeindeangestellte Hildegard Wildfeuer und den Archivpfleger Hermann Wagner: Alle Akten und Schriftstücke wurden aus den Ordnern genommen, von Heftklammern befreit, neu nach dem Einheitsaktenplan sortiert, in Aktendeckel eingeschlagen und in die Kartons gelegt; diese wurden dann beschriftet und in die Schränke geräumt.

Freilich, die Suche in diesen zwischen etwa 600 Aktendeckeln verborgenen Dokumenten gestaltete sich immer noch sehr zeitraubend, da man nicht viel mehr als die Aufschrift auf den Kartons, nämlich die EAPl-Nummer, zur Verfügung hatte. Da traf es sich gut, dass der Nachfolger von Hermann Wagner, der pensionierte Gymnasiallehrer Hermann Kurz aus Grafenau, sein Amt mit dem Ziel angetreten hatte, die Verzeichnung des Archivguts per EDV durchzuführen. In Innernzell führte er sein Vorhaben erstmals durch; so entstand ein Online-Findbuch (in einem Findbuch verzeichnet ein Archivar alle seine Schätze), in dem man den Computer suchen lassen kann. Dieses Online-Findbuch ist jetzt eines der Online-Findbücher im Landkreis Freyung-Grafenau.

 

>>> zu den Online-Archiven im Landkreis Freyung-Grafenau

Online-Archiv

Zum Online-Archiv des Alt-Landkreises Grafenau