Konzept

Konzept des Kindergartens Innernzell

1. Gesetzliche Grundlagen

Für die Arbeit in unserer Einrichtung gilt seit dem 01.08.2005 das Bayerische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG) mit der Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes (AVBayKiBiG) vom 05.12.2005 und die anderen einschlägigen rechtlichen Bestimmungen, sowie die Kindertageseinrichtungsordnung und unsere Konzeption in ihrer jeweils gültigen Fassung.

Unser Kindergarten ist eine außerschulische, familienunterstützende und ergänzende Kindertageseinrichtung, die zur regelmäßigen Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern dient.

2. Kinder

2.1 Gruppenbesetzung

Unser Kindergarten hat laut Betriebserlaubnis 70 anerkannte Plätze für Regelkinder und 12 Plätze für Kinder unter drei Jahren. Seit September 2017 arbeiten wir in unserer Einrichtung in 3 Gruppen. In zwei Regelgruppen werden derzeit 23 Kinder im Alter von 3 – 6 Jahren betreut. Seit September 2013 haben Eltern die Möglichkeit ihre Kinder ab 2 Jahren in der Schmetterlingsgruppe (Kleinkindgruppe) anzumelden. Wir betreuen derzeit 2 integrative Kinder in unserer Einrichtung. Das Einzugsgebiet unseres Kindergartens erstreckt sich über die Gemeinden Innernzell und Schöfweg. Es werden bei Bedarf auch Gastkinder aufgenommen.

2.2 Kinder unter 3 Jahren

Wir fühlen uns im Kindergarten Innernzell wohl, weil:

  • wir in unserer Einrichtung da abgeholt werden, wo wir gerade stehen
  • unsere Grundsteine für die Lern – und Beziehungsfähigkeit gelegt werden
  • unsere Neugier, unser Wissensdurst, unsere Individualität und Entdeckungslust angeregt und gefördert werden
  • wir schon vor dem ersten offiziellen Kindergartentag „Kindergartenluft schnuppern“ dürfen
  • unsere Eltern über unsere Entwicklungsschritte informiert werden
  • auf unsere spezifisch altersgemäßen Bedürfnisse eingegangen wird (Begleitung bei der Sauberkeitserziehung, diverse Hilfestellung usw.)
  • es einen Wickelplatz für uns gibt
  • wir im Gruppenraum eine Kuschelecke (Ruhebereich) haben, da wo wir uns zurückziehen können
  • altersgerechtes Spielmaterial und Medien (drinnen und draußen) für uns vorhanden ist


Eingewöhnungsphase der unter 3 jährigen Kinder:

1.-3.Tag = Grundphase
Ein Elternteil kommt 3 Tage lang zur gleichen Zeit mit dem Kind in die Einrichtung.
Der Elternteil verhält sich passiv und drängt das Kind auf keinen Fall, sich von ihm zu entfernen. Mutter / Vater sollen immer akzeptieren, wenn das Kind ihre Nähe sucht, damit das Kind den Elternteil als „sicheren Hafen“ empfinden kann. Der anwesende Elternteil sollte dem Kind die volle Aufmerksamkeit schenken. Nach ca. 1 – 2 Stunden gehen Mutter / Vater gemeinsam mit dem Kind wieder nach Hause.
In der Grundphase findet kein Trennungsversuch statt.

4.-5.Tag = Stabilisierungsphase und erster Trennungsversuch
Die Bezugspädagogin übernimmt langsam die Versorgung des Kindes z.B. Füttern, Wickeln und bietet sich als Spielpartner an. Der begleitende Elternteil überlässt es jetzt der Pädagogin, als erste auf die Signale des Kindes zu reagieren und hilft nur, wenn das Kind die Bezugspädagogin noch nicht akzeptiert. In Absprache mit einem Elternteil wird die Trennung von min. 5 Minuten bis max. 30 Minuten (dabei sind die Reaktionen des Kindes ausschlaggebend für die Dauer der Trennung) vorbereitet. Der Elternteil verabschiedet sich mit einem kurzen Abschiedsritual klar und eindeutig vom Kind.
Er übergibt der Bezugspädagogin das Kind und verlässt den Gruppenraum (auch unter Protest!).
Während der Stabilisierungsphase und den ersten Trennungsversuchen bleibt die Bezugsperson innerhalb der Einrichtung. Wenn der Elternteil zum Kind zurückkehrt, ist der Krippenbesuch beendet und gehen gemeinsam nach Hause.

Ab 6. Tag = Kürzere Eingewöhnungszeit
Das Kind bleibt gelassen oder weint, lässt sich jedoch rasch von der Bezugsperson trösten und beruhigen und findet nach kurzer Zeit zurück ins Spiel – die Trennungszeiten werden nach und nach in den darauffolgenden Tagen verlängert. Stressfreie Eltern und eine positive Einstellung gegenüber der Kinderkrippe sind häufig Faktoren für eine kürzere Eingewöhnungszeit. Die Anwesenheit des Elternteils in der Einrichtung ist immer noch notwendig!

Längere Eingewöhnungszeit
Wirkt das Kind nach dem Weggang der Mutter bzw. Vater verstört (erstarrte Körperhaltung, Passivität) oder beginnt zu weinen und lässt sich von der Bezugspädagogin auch nach wenigen Minuten nicht trösten oder fängt ohne ersichtlichen Grund wieder an zu weinen, so wird die Mutter / Vater sofort zurückgeholt. An den nächsten Tagen wird das Kind wieder von der Bezugsperson begleitet, bis sich die Beziehung zu Pädagogin stabilisiert hat. Eine begleitende Eingewöhnungszeit kann bis zu drei Wochen dauern.

Schlussphase
Der Elternteil verabschiedet sich vom Kind und übergibt es der Bezugspädagogin am Eingang des Gruppenraums. Wenn das Kind gegen den Weggang des Elternteils protestiert, sich aber schnell trösten lässt und in guter Stimmung spielt, wird sie als „sichere Basis“ akzeptiert und die Eingewöhnung ist beendet. Die Bezugsperson hält sich nicht mehr in der Einrichtung auf, ist aber jederzeit erreichbar.

Während der gesamten Eingewöhnungszeit finden ständige Gespräche mit den Eltern statt.

Eingewöhnung der über 3 jährigen Kinder
Den Eltern der über 3 jährigen Kinder wird es ebenfalls ermöglicht in der Anfangs - und Eingewöhnungszeit in der jeweiligen Gruppe ihr Kind zu begleiten und zu unterstützen. Es hängt von den Bedürfnissen und Entwicklungsstand jedes einzelnen Kindes ab, ob sie die Nähe und Zuwendung der Eltern noch verstärkt benötigen oder nicht. Individuell wird auf die Anfangssituation eingegangen und mit den Eltern in einem Gespräch nach dem richtigen Handeln gesucht und dementsprechend umgesetzt.

2.3 Inklusion / Integration von Kindern mit Behinderung: „Es ist normal verschieden zu sein.“

Ungeachtet des Entwicklungsstandes oder einer Behinderung wird jedes Kind bei uns aufgenommen. Durch Beobachtungen und Dokumentationen werden frühzeitig Entwicklungsverzögerungen erkannt und jedes einzelne Kind wird dementsprechend seines Bedarfs gefördert. Die Integrativkinder sollen in ihren Entwicklungsbereichen so unterstützt und individuell gefördert werden, dass sie an dieser Gemeinschaft aktiv und akzeptiert teilnehmen können.

Auszüge aus dem Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz:
„Gleichstellung und soziale Eingliederung von Menschen mit körperlicher, geistiger und seelischer Behinderung sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

„Ziel ist es, das Leben und die Würde von Menschen mit Behinderung zu schützen, ihre Benachteiligung zu beseitigen und zu verhindern sowie die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Leben in der Gesellschaft zu gewährleisten, ihre Integration zu fördern und ihnen eine selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen. Dabei gilt der Grundsatz der ganzheitlichen Betreuung und Förderung….“

Innerhalb der Einrichtung lernen und spielen Kinder mit den Kindern, die Entwicklungsdefizite in verschiedenen Bereichen, bzw. Behinderungen aufweisen und besonderes Ziel ist es, die ganzheitliche Förderung aller Kinder unter Berücksichtigung ihrer persönlichen Lebenssituation, ihrer Entwicklungsmöglichkeiten und ihrer Bedürfnisse.

Nachdem vom Träger der Einrichtung und von den Eltern des Kindes Antrag im Bezirk Niederbayern (Landshut) gestellt und genehmigt wurden, unterstützen uns eine zusätzliche Fachkraft (bbs regensburg) und Frühförderung mit Fachdienststunden. Diese Fachdienststunden sollen den integrativen Kindern helfen, sich in deren Situation in der sie sich gerade befinden wohl zu fühlen und in deren Entwicklung so gut wie möglich zu fördern und therapeutisch zu unterstützen.
Wünschenswert ist hierzu eine gute Zusammenarbeit zwischen Fachdienstkraft, Personal und den Eltern. Außerdem werden Elterngespräche durchgeführt, Dokumentationen und Förderpläne erstellt.

3. Zeiten

3.1 Öffnungszeiten

Je nach Buchungszeit werden die Kinder zwischen 7.00 Uhr und 14.00 Uhr betreut. (Richtet sich nach den Wünschen der Eltern).

3.2 Bring- und Abholzeit

Die Bringzeit der Kinder ist von 7.00 Uhr bis 8.30 Uhr angesetzt. Je nach Buchungszeiten müssen die Kinder pünktlich bis 11.30 Uhr, 12.30 Uhr, 13.30 Uhr bzw. 14.00 Uhr abgeholt werden.

3.3. Aufsichtspflicht

Das Kind muss dem jeweiligen Gruppenpersonal übergeben und von dort auch wieder abgeholt werden. Die Eltern begleiten ihr Kind bei der Bringzeit direkt nach dem Umziehen an der Garderobe, in die zuständige Kindergartengruppe. Dort muss sich das Kind per Handschlag bei einer zuständigen Betreuerin melden. Die Aufsichtspflicht liegt dann beim Kindergartenpersonal. Bei der Abholzeit liegt die Aufsichtspflicht wieder bei den Eltern, wenn diese die jeweilige Kindergartengruppe bzw. Garten der Einrichtung betreten haben und sich ihr Kind per Handschlag von einer zuständigen Betreuerin verabschiedet hat.

3.4 Schließtageregelung

Weihnachten 2019: 23.Dezember 2019 bis 30. Dezember 2019

Ostern 2020: 14. April 2020 bis 17. April 2020

Sommer 2020: 03. August 2020 bis 31. August 2020

4. Elternbeiträge

Unsere Elternbeiträge im Kindergartenjahr 2018/2019 monatlich:

Buchungszeiten für Regelkinder ab dem 3. Lebensjahr:

Montag – Freitag
- mehr als 3 bis einschließlich 4 Std. täglich von 7.30 – 11.30 Uhr ----92,- €
- mehr als 4 bis einschließlich 5 Std. täglich von 7.30 – 12.30 Uhr ----102,- €
- mehr als 5 bis einschließlich 6 Std. täglich von 7.30 – 13.30 Uhr----113,- €
- mehr als 6 bis einschließlich 7 Std. täglich von 7.00 – 14.00 Uhr----125,- €

Buchungszeiten für Kinder unter 3 Jahre:

Montag - Freitag
- mehr als 1 bis einschließlich 2 Std. täglich ---- 48,- €
- mehr als 2 bis einschließlich 3 Std. täglich ---- 73,- €
- mehr als 3 bis einschließlich 4 Std. täglich von 7.30 – 11.30 Uhr ---- 95,- €
- mehr als 4 bis einschließlich 5 Std. täglich von 7.30 – 12.30 Uhr ----105,- €
- mehr als 5 bis einschließlich 6 Std. täglich von 7.30 – 13.30 Uhr ----116,- €
- mehr als 6 bis einschließlich 7 Std. täglich von 7.00 – 14.00 Uhr --- 128,- €

Geschwisterermäßigung: Ab Beginn des Kindergartenjahres 2019/2020 werden die Elternbeiträge bei gleichzeitigen Buchungen von mehreren Kindern einer Familie für das zweite und ggf. auch für die weiteren Kinder wie folgt festgesetzt:

- 2 Kinder: 20 Euro Nachlass für das älteste Kind
- 3 Kinder: 50 Euro Nachlass für das älteste Kind (bezieht sich auf eine 5-Tage-Buchung, Schulkinder werden nicht berücksichtigt)

Zusätzlich zu den Beiträgen kommen noch monatlich 4,- € Spielgeld (für die Beschaffung von Spiel- und Bastelmaterial usw.) hinzu. Die Kindergartenbeiträge werden für 12 Monate und unabhängig von Fehlzeiten erhoben. Diese Regelung gilt auch für das Spielgeld. Die Beiträge werden per Einzugsermächtigung automatisch durch die Gemeinde Innernzell vom Konto der Erziehungsberechtigten abgebucht.

Wer Schwierigkeiten hat den Kindergartenbeitrag aufzubringen, kann einen Antrag auf Kostenübernahme beim Landratsamt stellen. Informationen hierfür kann man sich von der Kindergartenleitung oder der Gemeinde Innernzell einholen.

Bayern entlastet die Familien bei den Kindergartenbeiträgen:
Der Beitragszuschuss für die gesamte Kindergartenzeit in Höhe von 100 € pro Kind und Monat wird mit einer Stichtagesregelung an das Kindergartenjahr gekoppelt. Er gilt ab dem 1. September des Kalenderjahres, in dem das Kind drei Jahre alt wird, und wird bis zur Einschulung gezahlt. Mit Wirkung ab dem 1.April 2019 werden die Elternbeiträge für Kinder bezuschusst, die sich im Berechtigungszeitraum befinden, die also im Jahr 2018 oder früher das dritte Lebensjahr vollendet haben und noch nicht in die Schule gehen. Der Zuschuss führt bei der Mehrzahl der Kindergartenbesuche zur Beitragsfreiheit, im Übrigen zu einer deutlichen finanziellen Entlastung der Eltern.

Schulkindbetreuung:
1×wöchentlich, wenn keine Nachmittagsbetreuung an der offenen Ganztagsschule in Innernzell angeboten wird. ---- 25,- €

Schulkindbetreuung in den Ferienzeiten:
In den Ferienzeiten können auch Schulkinder bei uns betreut werden. Die zu betreuenden Tage für Ihr Kind besprechen Sie persönlich mit der Kindergartenleiterin und hier erfahren Sie die Elternbeiträge.

5. Personal

5.1 Das Kindergartenteam

Jede Gruppe ist mit einer pädagogischen Fachkraft (staatlich anerkannte Erzieherin) und einer Zweitkraft (staatlich anerkannte Kinderpflegerin) besetzt. Außerdem ist in der Bärengruppe und in der Schmetterlingsgruppe jeweils noch zusätzlich eine Berufspraktikantin angestellt.

Während eines Kindergartenjahres sind bei uns zeitweise Praktikanten der

  • Haupt- und Realschule (Schnupperpraktikum)
  • Berufsfachschule für Kinderpflege aus Grafenau (Praktikum)
  • Fachakademie für Sozialpädagogik aus Zwiesel (Erzieherpraktikum)

5.2 Ausbildung des Personals

Erzieherinnen mit einer 5 jährigen Ausbildung, die sich aus zwei Jahren sozialpädagogisches Seminar, zwei Jahre Studium an der Fachakademie für Sozialpädagogik und einem Jahr Berufspraktikum zusammensetzt

Kinderpflegerinnen mit einer 2 jährigen Ausbildung an der Berufsfachschule für Kinderpflege

5.3 Organisationsstruktur

Im Zeitraum von 7.00 Uhr bis 7.30 Uhr werden die Kinder von einer Berufspraktikantin bzw. von einer Zweitkraft in der Bärengruppe betreut.

Ab 7.30 Uhr kommen die weiteren Zweitkräfte hinzu und betreuen die Kinder in der jeweiligen Stammgruppe, bis dann um 8.00 Uhr die pädagogischen Fachkräfte dazu kommen.

Die Kinder die bis 13.30 Uhr bzw. 14.00 Uhr angemeldet sind, werden ab 12.30 Uhr in der Bärengruppe zusammengefasst und betreut oder bei schönem Wetter im Garten beaufsichtigt.

Die Bürozeit der Kindergartenleiterin erfolgt ab 13.00 Uhr bis ca. 15.00 Uhr.

5.4 Personelle Besetzungen der einzelnen Gruppen

Bärengruppe: Anna Schneider (Erzieherin, Fachkraft), Julia Jensch (Berufspraktikantin)

Fischegruppe: Anja Moser (Erzieherin und Kindergartenleiterin), Sandra Beer (Kinderpflegerin, Zweitkraft)

Schmetterlingsgruppe: Rosemarie Strohmaier (Erzieherin, Fachkraft) Ivonne Wartner (Erzieherin, Fachkraft) Karolin Penn (Berufspraktikantin)

Zusätzliche Kinderpflegerin als Springerin: Tabea Hofmann (Kinderpflegerin)

6. Qualitätssicherung

6.1 Fortbildungsmaßnahmen des Personals

Jede Mitarbeiterin nimmt regelmäßig an außerhäuslichen Fortbildungen teil. Die Leiterin wird bei den festgelegten Leiterinnenkonferenzen über Neuigkeiten des Kindergartengeschehens informiert.

6.2 Jährliche Elternbefragungen

In unserer Einrichtung wollen wir jährlich eine Elternbefragung durchführen, da dies seit in Kraft Tretens des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes gefordert wird. Der Fragebogen beinhaltet folgende Punkte:

  • Öffnungszeiten und Elternbeiträge
  • Räumlichkeiten und Au
  • Zusammenarbeit mit den Eltern
  • Gesamtbewertung
  • Verbesserungsvorschläge

Nach der Befragung werden die zurückgegebenen Elternbefragungen ausgewertet und vor den jeweiligen Gruppentüren – Pinnwänden öffentlich gemacht.

6.3 Kooperation mit anderen Institutionen

  • Frühförderung
  • Logopädie
  • Ergotherapie
  • Musikalische Frühförderung
  • Landratsamt / Jugendamt

6.4 Beobachtungsbögen und Dokumentationen

Zu Kindergartenbeginn sehen wir es als eine unserer wichtigsten Aufgaben an, vor allem die Neuanfänger intensiv zu beobachten, damit wir uns ein genaues Bild über den Entwicklungsstand machen können. Es werden dabei die verschiedensten Lernbereiche beobachtet (z.B. Grob- und Feinmotorik; Sprache; kognitiver Bereich;…) und dokumentiert. In unserer Einrichtung werden zur genauen Beobachtung auch die verpflichtenden Beobachtungsbögen wie Seldak (Sprachentwicklung und Literacy bei deutschsprachig aufwachsenden Kindern) – Kurzversion für Vorkurs Deutsch, Perik (Positive Entwicklung und Resilienz im Kindergartenalltag) und Sismik (Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in Kindergarteneinrichtungen) verwendet.

Anhand dieser Aufzeichnungen versuchen wir jedes einzelne Kind nach seinen Bedürfnissen gezielt zu fördern. Dieser Prozess des Beobachtens und Förderns zieht sich durch die ganze Kindergartenzeit. Um den Eltern Einblick in den Tagesablauf zu vermitteln wird täglich ein Arbeitsbericht vor der Gruppentüre ausgehängt. Zusätzlich können von den Eltern jederzeit im Gruppenraum die aktuellen Arbeiten der Kinder betrachtet werden. Die Projekte werden genauer veranschaulicht durch Fotos und ausführlichen Berichten.

7. Räumlichkeiten

7.1 Lage und Einrichtung

Unser Kindergarten besteht seit 1976 und ist in den Räumlichkeiten der ehemaligen Volksschule untergebracht. Da unser Haus groß ist, beherbergt es auch die Gemeindeverwaltung mit Sitzungssaal und Küche sowie die Musikschule. Kirche und Grundschule sind ganz in der Nähe.

7.2 Räumliche Gegebenheiten

Für unseren Kindergarten stehen im Erdgeschoß zwei große Gruppenräume (Bären – und Fischegruppe) mit jeweils einer zweiten Spielebene und zusätzlich ein weiterer Raum als Bewegungsraum, Waschraum mit Toiletten und Wickelplatz, großer langer Gang (auch zum Spielen für die Kinder geeignet), Küche und Büro zur Verfügung.

Die Kleinkindgruppe ist in der Schmetterlingsgruppe im 1. Stock untergebracht. Außerdem befindet sich ein Intensivraum/ Vorschulraum, Turnraum, Abstellraum, Waschraum mit Toiletten und Wickelplatz ebenfalls im 1. Stock. Der 3. Gruppenraum (Schmetterlingsgruppe) im 1. Stock wird für Kinder unter 3 Jahren genützt und ist entsprechend, altersgemäß eingerichtet.

Außerdem steht den Kindern ein großzügiges Außengelände mit verschiedenen Spielgeräten und Angeboten zum phantasievollen Spiel zur Verfügung.

8. Kooperation mit der Grundschule Innernzell

Die Zusammenarbeit zwischen dem Kindergarten und den Grundschulen Innernzell / Schöfweg zielt darauf hin, die Kinder zu optimieren und ihnen den Übergang vom Kindergarten in die Schule zu erleichtern. Es finden im Laufe des Kindergartenjahres verschiedenste, gemeinsame Aktionen mit Grundschülern statt (z.B. Vorlesetage, Wanderungen, Schnupperunterricht der Vorschulkinder, usw.).

Grundvoraussetzungen für die Schule sind:

  • ein gesundes Sozialverhalten
  • Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit
  • Fein- und grobmotorische Fähigkeiten
  • Konzentration und Aufmerksamkeit
  • Textinhalte verstehen und sinngemäß wiedergeben
  • Gute Ausdruckfähigkeit- und stärke
  • Umgang mit diversen Materialien (Stifte, Schere,…)
  • Freude und Spaß am Experimentieren

9. Pädagogische Schwerpunkte

Selbstverständlich arbeitet der Kindergarten nach dem neuen Bildungs- und Erziehungsplan, kurz BEP genannt. Im Kindergarten erwirbt sich das Kind Basiskompetenzen, das sind grundlegende Fähigkeiten und Fertigkeiten, Haltungen und Persönlichkeitscharakteristika, die Vorbedingungen sind für den Erfolg und die Zufriedenheit in Schule, Beruf, Familie und Gesellschaft. Das pädagogische Personal hat die Aufgabe, durch ein anregendes Lernumfeld und ganzheitliche Lernangebote dafür Sorge zu tragen, dass die Kinder anhand der Bildungs- und Erziehungsziele Basiskompetenzen erwerben und weiterentwickeln.

Pädagogische Schwerpunkte die uns wichtig sind:

Das Kind soll in seiner Individualität wahr- und angenommen werden (z.B. ein Kind kann noch nicht so schön malen als das andere Kind in dem gleichen Alter, dann nehmen wir dies wahr und akzeptieren dies so wie es ist.)

Individuelle Defizite sollen durch gezielte Förderung ausgeglichen werden (z.B. ein Kind kann sich sprachlich noch nicht so gut ausdrücken, dann kann dies durch Sprachspiele oder spezielle Förderungen durch den Einsatz von Logopäden geübt und gefördert werden.)

Das Kind kann sich in der Gruppe einfügen und dort Wohlfühlen (z.B. ein neues Kind findet sich zu Kindergartenbeginn zurecht, akzeptiert die Gruppenregeln und kann sich anderen Kindern unterordnen und fühlt sich in der Gruppe wohl.)

Das Kind soll Eigeninitiative entwickeln und Eigenständigkeit erwerben (z.B. ein Kind versucht sich alleine anzuziehen, ohne dass es Hilfe von anderen erhält.)

Alle Sinne des Kindes sollen möglichst oft angesprochen werden (z.B. der Gehörsinn der Kinder wird täglich durch genaues zuhören, was die Erzieherin spricht und sagt, geschult und angesprochen.)

Das Interesse des Kindes an Umwelt und Natur soll bei verschiedenen Projekten verstärkt werden (z.B. an den Waldtagen beobachten die Kinder verschiedene Tiere wie z.B. Ameisen und wollen mehr über diese Tierart erfahren und kennenlernen.)

Das Kind kann in den Kinderkonferenzen eigene Ideen mit einbringen und mitdiskutieren
(z.B. ein Kind hat die Idee, im Kindergarten mal wieder einen Spielzeugtag stattfinden zu lassen. In der Gesprächsrunde wird diskutiert wann und wo der Spielzeugtag stattfinden soll und welches Spielzeug mitgebracht werden darf.)

Die Eltern sind als Partner in die Kindergartenarbeit integriert (z.B. die Eltern unterstützen das Kindergartenpersonal und die Kinder beim vorbereiten und herrichten des Frühstücksbuffets.)

Das Kind gestaltet entsprechend seinem Entwicklungsstand seine Bildung von Anfang an aktiv mit
(z.B. ein Kind versucht so gut wie möglich für sich ein Ausmalbild sauber und genau auszumalen. Das Kind fördert dadurch die Feinmotorik und bildet seine Stifthaltung und Stiftführung aus.)

Außerdem werden die Kinder in folgenden Bereichen gefördert:

  • Sozialerziehung
  • Religiöse und ethische Erziehung
  • Musische – kreative Erziehung
  • Bewegungserziehung
  • Erziehung zu Umwelt- und Naturverständnis
  • Gesundheitserziehung
  • Spracherziehung (siehe auch nächste Seite)
  • Mathematische Erziehung
  • Naturwissenschaftliche, technische Erziehung
  • interkulturelle und Medien Erziehung

Zur sprachlichen Bildung und Förderung / Deutsch Vorkurs 240
Folgender Abschnitt wurde aus dem BayKiBiG entnommen.
§ 5
Sprachliche Bildung und Förderung
(1) Kinder sollen lernen, sich angemessen in der deutschen Sprache sowie durch Mimik und Körpersprache auszudrücken, längeren Darstellungen oder Erzählungen zu folgen und selbst Geschichten zusammenhängend zu erzählen. Sie sollen Wortschatz, Begriffs-und Lautbildung, Satzbau und sprachliche Abstraktion entsprechend ihrem Entwicklungsstand erweitern und verfeinern. Die Verwendung der Dialekte wird unterstützt und gepflegt.
(2) Der Sprachstand von Kindern, deren Eltern beide nichtdeutschsprachiger Herkunft sind, ist in der ersten Hälfte des vorletzten Kindergartenjahres anhand des zweiten Teils des Bogens „Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in Kindertageseinrichtungen (SISMIK) – Sprachliche Kompetenz im engeren Sinn (deutsch)“ zu erheben. Die sprachliche Bildung und Förderung von Kindern, die nach dieser Sprachstanderhebung besonders förderbedürftig sind oder die zum Besuch eines Kindergartens mit integriertem Vorkurs verpflichtet wurden, ist in Zusammenarbeit mit der Grundschule auf der Grundlage der entsprechenden inhaltlichen Vorgaben „Vorkurs Deusch lernen vor Schulbeginn“ oder einer gleichermaßen geeigneten Sprachfördermaßnahme durchzuführen.
(3) Der Sprachstand von Kindern, bei denen zumindest ein Elternteil deutsch-sprachiger Herkunft ist, ist ab der ersten Hälfte des vorletzten Kindergartenjahres vor der Einschulung anhand des Beobachtungsbogens „Sprachentwicklung und Literacy bei deutschsprachig aufwachsenden Kindern (SELDAK)“ zu erheben. Auf Grundlage der Beobachtung nach dieser Sprachstanderhebung wird entschieden, ob ein Kind besonders sprachförderbedürftig ist und die Teilnahme am Vorkurs Deutsch oder einer gleichermaßen geeigneten Sprachfördermaßnahme empfohlen wird. Der Bogen kann auch in Auszügen verwendet werden.

9.1 Erziehungsstil

Im Verhalten des Erziehungspersonals drückt sich die Wertschätzung für das Kind aus. Das Hauptaugenmerk liegt darin, neue Impulse zu setzten, zu loben und zu unterstützen und geeignetes Material bereitzustellen. Das pädagogische Handeln der Erzieherin erfolgt sowohl auf der Grundlage von pädagogischen Traditionen als auch auf neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Da die Grundlage allen Handelns die Beobachtung ist, wird für diese möglichst viel Zeit aufgewendet.

10. Zusammenarbeit mit den Eltern

Der Kindergarten soll eine Ergänzung der Familienerziehung sein. Sie soll dort ansetzen, wo die elterliche Erziehung bereits eine Basis hat. Grundlage für die Zusammenarbeit von Eltern und Mitarbeiterinnen ist ein Vertrauensverhältnis und ein offenes Miteinander. Um dies zu erreichen, bieten wir für Eltern persönliche Gespräche, Elternbeiratssitzungen, Elternabende, Feste, Elternbriefe, Aushänge in der Einrichtung und Ausflüge an und bitten sie dabei um deren Unterstützung. Zu Beginn des Kindergartenjahres wird der neue Elternbeirat gewählt. Dieser hat die Aufgabe, die Zusammenarbeit zwischen den Erziehungsberechtigten, dem Träger der Einrichtung und den in der Einrichtung pädagogisch tätigen Kräften zu fördern und das Interesse der Erziehungsberechtigten für die Arbeit der Einrichtung zu beleben.

11. Aushänge im Kindergarten

Im Eingangsbereich werden die Eltern durch einen Aushang darauf hingewiesen, zum Wohle des Kindes im und außerhalb des Kindergartengebäudes nicht zu rauchen. Außerdem ist es im Kindergarten untersagt, aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Aufnahmen wie z.B. Fotos und Filme von den Kindern zu machen.

12. Tagesablauf

Die Bringzeit erstreckt sich von 7.00 Uhr bis 8.30 Uhr, ab dann wird die Haustüre aus Sicherheitsgründen geschlossen. Ab jetzt beginnt die Freispielzeit mit der gleitenden Brotzeit und den Kindern wird ab diesem Zeitpunkt die Möglichkeit geboten in den anderen Gruppen zu spielen. Dabei dürfen je zwei Kinder aus den Regelgruppen die Spielangebote auf dem Gangbereich, einen Teil des Gartens im Außengelände nutzen und außerdem je zwei Kinder aus den Gruppen sich im Bewegungsraum im Erdgeschoss aufhalten. Gegen 10.30 Uhr treffen sich die Kinder wieder in der eigenen Stammgruppe. Dort werden verschiedenste gruppeninterne Angebote durchgeführt.

Die Vorschulkinder dürfen einmal in der Woche am Vorschulprogramm teilnehmen (Arbeitsblätter, Experimente, Buchstaben und Zahlen kennenlernen,…).

Um den Bewegungsdrang der Kinder ausreichend nachzukommen steht jeder Gruppe 1 x wöchentlich der Turnraum zum Turnen zur Verfügung.

Außerdem nützen wir so oft wie möglich den Spielraum im Garten und gehen auch spazieren im Dorf oder nähere Umgebung.

Der Tagesablauf der 1 – 3 jährigen Kinder organisiert sich grundsätzlich an den Bedürfnissen und Lebenssituationen der Kinder (individuelle Ess – und Wickelzeiten). Auch hier werden entsprechende Angebote im Morgenkreis zu den verschiedenen Jahreszeiten, Festen und sonstigen Anlässen durchgeführt. Es finden auch Kleingruppenarbeiten wie Basteln, Malen, Musizieren, Turnen usw. statt. Je nach Wetterlage sorgen wir für genügend Bewegung im Gartenbereich.

13. Freispiel – freies Spiel oder nur spielen?

Damit Freispiel gelingen kann, müssen einige Voraussetzungen gegeben sein!

 

Freie Zeiteinteilung Freie Auswahl der SpielpartnerSpielmaterialien selber auswählenSpielbereiche selber gestalten
Spielen ohne DruckBewegungsfreiheitBedürfnisse selber ausleben könnenSich frei entwickeln, mal schneller, mal langsamer
Lernen aus ErfahrungSich durchsetzen könnenAuf etwas verzichten könnenMiteinander spielen
Entspannen könnenDas Erlebte nachspielen könnenAusprobieren dürfenIm Spiel eine Rolle ausleben
Natur erleben, basteln und werken Lachen, sich mit anderen vertragenTanzen, Spielmaterial mit anderen teilenSich Höhlen bauen, die Zeit im Spiel vergessen
Bauen und konstruierenPhantasie entwickelnMalenBetrachten und staunen

14. So arbeiten wir im Kindergarten

In unserem Kindergarten unterscheiden wir zwischen traditionellen Aktionen (z.B. Zahnarzt, Polizei, Feuerwehr, Sommerfest,…), situationsorientierten, religiösen Festen im Kirchenjahr (z.B. St. Martin, Nikolaus, Weihnachten,…), spontanen Projektarbeiten/ Aktionen, Exkursionen (z.B. Bauernhofthema, Besuche bei den Kindern zuhause) und Teil – Offene Kindergartenarbeit.

Was ist Projektarbeit?

Kinder wollen selber tätig sein, sie wollen forschen, probieren, wollen Spuren ihres Handelns sehen. Sie suchen neugierig nach Ursachen und Zusammenhängen eines Problems und wollen dieses durch eigenes Tun und nicht durch ständige Belehrungen von außen ergründen. Diesen Ansprüchen kommt die Projektarbeit als Arbeitsmethode sehr entgegen.

Projektarbeit heißt: Hier macht sich die Erzieherin gemeinsam mit den Kindern auf die Suche, ein Thema aufzuarbeiten, nach verschiedenen Lösungswegen zu suchen. Das selbständige Arbeiten der Kinder steht hier immer im Vordergrund und setzt auf eine demokratische Mitbestimmung der Kinder. Es werden Aufgaben verteilt, Ämter übernommen, die Durchführungen geplant, Quellen aufgespürt, in Büchern Rat eingeholt, Experten befragt, usw. Anlässe für Projekte können spontane Ereignisse sein, z.B. das Finden einer Ameisenstraße, ein tot gefundener Vogel, die Straßenarbeiten vor dem Kindergarten, plötzliche Wetterveränderungen usw. Solche Situationen werfen bei Kinder viele Fragen auf: „Wer macht das Wetter?“, „Wo kommen die Ameisen her und warum können sie an den Wänden empor laufen?“ Bei projektorientiertem Arbeiten werden die Wünsche und Ideen der Kinder aufgegriffen.

Teil-Offene Kindergartenarbeit

Den Kindern werden die verschiedensten Gruppenräume für einen gewissen Zeitraum offen zur Verfügung gestellt. Durch die Auflösung der einzelnen Gruppenräume werden die Spielräume erweitert und eine größere Anzahl der Spielpartner ermöglicht. In jedem Raum befinden sich eine Erzieherin und eine Kinderpflegerin als Ansprechpartner für die Bedürfnisse der Kinder. Von jeder Gruppe können je zwei Kinder auf dem Gang spielen oder im Bewegungsraum im Erdgeschoss. Die Teil – Offene Arbeit bietet den Kindern eine Vielzahl an selbst gewählten Handlungsmöglichkeiten. Damit ist es unvermeidbar, bestimmte Regeln aufzustellen. Dazu gehört die Erfahrung, dass bei Nichteinhaltung der Regeln natürliche Konsequenzen folgen. Die Grenzen geben Halt und engen nicht ein.

15. Anmeldung

Die Eltern haben die Möglichkeit ihr Kind bei der Kindergartenleiterin telefonisch vormerken zu lassen. Hier werden die Grunddaten der Familie und des Kindes im Vormerkheft festgehalten. Zu einem späteren, festgelegten Zeitpunkt werden die Eltern zum Anmeldetag eingeladen, um die schriftliche Anmeldung fest zu machen. Dieser Termin wird in den Innernzeller und Schöfweger Nachrichtenblatt bekannt gegeben. Der erste Kontakt mit den Eltern wird geknüpft. An Hand der Anmeldeformulare werden Informationen über das Kind eingeholt und Wünsche der Eltern festgehalten.

Außerdem verschafft sich die Kindergartenleiterin einen Einblick in das Früherkennungsuntersuchungsheft und Impfbuch des Kindes bei den Eltern, ob die kinderärztlichen Untersuchungen gewissenhaft erledigt wurden und der Impfschutz des Kindes gemacht wurde. Dies dient dem Schutzauftrag und Kindeswohl, gegenüber den bei uns zu betreuenden, angemeldeten Kindern.